Welche Arten virtueller Events lassen sich unterscheiden?

Dieser Markt zeichnet sich aktuell durch eine äusserst hohe Dynamik aus, was eine genaue und und länger gültige Kategorisierung erschwert. Zunächst sei aber eine wichtige Unterscheidung zwischen Digitalisierung und Virtualisierung angebracht. Digitalisierung ist mehr eine Frage des Mediums, des medialen „Materials“, wenn man so will. In diesem Sinne ist die Digitalisierung die Übertragung etwas zuvor beispielsweise Analogem in das neue Medium des Digitalen. Also ein Buch, was nun auch als eBook vorliegt, ein Dokument, das ihr als PDF abspeichert oder eben eine Veranstaltung, die in digitale Formate übertragen wird. Wenn allerdings fast alles (auch) digital ist, dann fehlt diesem Begriff die Unterscheidungskraft. Folglich führt die Digitalisierung eines Events oder Konzertes nur zu einem Wechsel des Mediums und verpasst damit die Chance, etwas tatsächlich originär Neues zu schaffen.Daher ist der Begriff der Virtualisierung besser geeignet, wenngleich nicht der einzige, den man verwenden kann.

Online Videokonferenzen

Die erste Kategorie, die wir aufmachen, ist denn auch die simple Videokonferenz. Sehr nah an ihrem analogen Vorbild werden Personen per Video und Audio übertragen und Inhalte wie Präsentationen, Tabellen oder ähnliches gemeinsam geteilt. Im einfachsten Fall lässt sich genau mit diesen einfachen Mitteln eine Konferenz organisieren. Gängige Softwarelösungen erlauben Vorträge ebenso wie Workshops in Gruppen. Zum Netzwerken steht der Chat zur Verfügung und selbst etwas Interaktivität ist über Umfragen und Votings möglich. Von einem Erlebnis dürfte es allerdings weit entfernt sein.

Virtuelle Events

Einen Schritt mehr in Richtung Erlebnis geht die zweite Kategorie. Hier wird zumindest mit gestalterischen Mitteln versucht, eine Verortung und damit einen Realitätsbezug herzustellen. Der Mensch ist nun einmal ein territorial orientiertes Lebewesen und so reichen schon einfache Bilder und Mechanismen aus, um das Gefühl eines realen Erlebnisses zu erzeugen. Angebote in dieser Kategorie schaffen Orientierung durch echte oder erfundene Orte, beispielsweise eine Art Veranstaltungsgelände. Wobei in der virtuellen Welt man sich natürlich auch auf einer Raumstation treffen könnte. Die Vortragsräume sind ebenso in eine räumliche Szenerie eingebettet wie Ausstellungs- oder Networkingbereiche.

Dennoch sind es nur Bilder, keine 3D Welten, in die ganz einfach Links eingebettet sind, die dann in die nächste Ebene führen. Also beispielsweise in einen Vortragsraum, wo live oder aufgezeichnet ein Vortrag mit der dazugehörigen Präsentation zu sehen ist.

Virtual Reality Events

Waren die beiden vorgenannten Kategorien vor allem technische und organisatorische Herausforderungen, so begeben wir uns mit der dritten Kategorie potentiell weit darüber hinaus. Hier geht es tatsächlich darum, virtuelle Welten zu erschaffen, die der Nutzer auch selbst in Form eines virtuellen Ichs, auch Avatar genannt, betreten und erkunden kann. Um es mit Effie Briest zu sagen, das ist ein sehr weites Feld und steht grundsätzlich ganz am Anfang. Nicht in der Gamingwelt, wo derartige Konzepte Milliarden verdienen und begeisterte Nutzer haben. Gleichwohl, wenn es um soziale Interaktion, Matchmaking und Vernetzung geht.

Dies sind sicher die komplexesten Lösungen. Wer sich allerdings mutig auf den Weg macht, wird denn auch mit einer Antwort auf die Frage belohnt werden, wie sich in der Virtualität tatsächlich reale Verbindungen, immersive Erlebnisse und bleibende Eindrücke schaffen lassen,

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